Zusammenhänge (31) Demokratie …, die Schweiz und Kosaken

02. November 2009

(vorzeitiger, genehmigter Abdruck)
Von Klaus Buschendorf – www.artikel-eins.com

Interessant war die Schweiz für mich nur als Eisenbahnland. Der Glacier-Express brachte mich nach Zermatt. Im Hotel fiel mir eine Zeitung auf, eine „Demo“ schien dort auf dem Titelblatt zu prangen. „Demo“ und Schweiz, das passte nicht in meine Vorstellungen, so las ich den Artikel. Man schreibt deutsch in Zermatt. Dennoch verstand ich den Text anfangs nicht. Erst als ich ihn mehrmals las, mich von eingefahrenen Gewohnheiten löste, begriff ich den dargestellten Vorgang. Ein Landrat war gewählt worden, von den anwesenden Bürgern und mit einfachem Handzeichen. Von der Tribüne aus wurde gezählt. Bei uns hätte dies einer „Kommunalwahl“ entsprochen mit Wahlkabine und Stimmzettel usw. Nach Rückkehr sah ich eine Reportage bei 3-Sat. In einem Dorf besprach man mit Architekten, Experten und Bürgern ein Projekt der Gemeinde. Schließlich die Abstimmung: In einer großen, ausgeräumten Turnhalle saßen die Einwohner. Man hob die Hände – der Architekt freute sich über die Zustimmung der Bürger, jetzt konnte er beginnen. Mir ging der komplizierte Weg in Deutschland in den Sinn: Planfeststellungsverfahren – Bürgerinitiativen … Im Schweizer Kurort Grindelwald ging ich eine Straße entlang. Ein altertümlich gestaltetes Schild fiel mir ins Auge, Überschrift: Almenordnung. Ich überflog den Text bis zum Ende und las: Gegeben anno 13 …, letztmalig ergänzt anno 17 … Ich konnte es nicht glauben! Ein Zusammenhang erschloss sich mir beim Lesen eines Geschichtsbuches: Erst in den Napoleonischen Kriegen zwang Napoleon den Schweizer Kantonen so etwas wie eine staatliche Ordnung auf. Vorher gab es keinen Schweizer „Staat“. Und der blieb lose genug.

Zu Zeiten der Zarin Katharina von Russland entwichen viele Leibeigene in die Grenzgebiete. „Russland ist groß und der Zar ist weit“ – Kosaken entstanden aus den Entwichenen, ein „Ataman“, selber Kosak, regelte mit Zustimmung der übrigen, was zu regeln war. Später gliederten die Zaren diese freien Gemeinschaften als „Wehrbauern“ ein und ließen ihnen alle Freiheiten. Sie verteidigten die Grenzen ohne Moskaus Hilfe. Und sie brauchten keine Gouverneure, Dumas usw. – alles entschieden sie auf dem Dorfplatz mit dem „Versammlungsleiter“ Ataman.

Ich finde bei unseren Diskussionen um die „Weiterentwicklung der Demokratie“ eine erstaunliche Ignoranz bei allen Menschen, die sich daran beteiligen. Über unser eigenes Ländchen sieht keiner hinaus, und die Geschichte bemüht man schon gar nicht. Selbst das uns oft als Vorbild hingestellte Amerika kommt in solchen Gedanken nicht vor. Wir belächeln höchstens das „Wahlmänner-Prinzip“ der amerikanischen Wahlen. Doch – wie entstand es? Die Siedler eines Dorfes stimmten über ihren Kandidaten zum Kongress ab und sandten einen Reiter in die Hauptstadt, mit dem Auftrag zu sagen: Wir haben „Ted Marc“ gewählt. Die Meinung des Reiters, des „Wahlmannes“, spielte keine Rolle mehr. Er hatte einen „Wählerauftrag“ auszuführen. Ist das nicht ein Urbild für den Auftrag des Abgeordneten, den Willen seines „Wahlvolks“ auszuführen? Keiner der Siedler hätte dem Wahlmann verziehen, wenn er „seinem Gewissen“ gefolgt und vielleicht einen anderen Kandidaten genannt hätte! In den rauen Siedlerzeiten wäre er dem Aufknüpfen wohl näher gewesen als einer Wiederwahl!

„Direkter Demokratie“: Solche Formen hat es schon gegeben, und es gibt sie heute noch. Wir sollten sie suchen und von ihnen lernen. Kosaken hat die Sowjetmacht nicht brauchen können – langsam wachsen sie im heutigen Russland wieder. Die Schweiz kann sich jeder anschauen und mit ihr das Ergebnis. Die Eisenbahn dominiert die Straße, sie wird auch heute noch zuerst gebaut. Das ist ökologisch richtig, ist Schweizer Grundverständnis, jedes Dorf muss mit öffentlichem Verkehr in angemessener Zeit erreichbar bleiben. Und der Reporter, der über den Bau des neuen St. Gotthardtunnels für die Eisenbahn berichtet, fügt nebenher hinzu, dass die Schweiz keine Autoindustrie hat. Da leuchtet der Zusammenhang für den, der sehen will: Unsere komplizierten Formen der „Demokratie“ schaffen genügend Freiräume für „Lobbyarbeit“. Abgeordnete kann man in ihrem „Gewissen“ beeinflussen, komplizierte Verfahren ermüden den Bürger, seine „kleinen“ Interessen durchzusetzen. Und da haben sogar „Naturschützer“ ihren Part erfüllt, wenn sie mit der Existenz von vier „schützenswerten“ Vogelpärchen den Bau einer Transrapidstrecke endgültig verhinderten – so geschehen kurz nach der deutschen Einheit bei der geplanten Transrapidstrecke Hamburg – Berlin. Man sollte sich die Frage stellen: Wie viele Autos hätte man von den Straßen, wie viele Flugzeuge vom Himmel holen können, gäbe es heute ein Transrapidstreckennetz in Europa? Wie viele Vögel verschwänden nicht in den Ansaugdüsen der vielen Jets am Himmel? Und wer ist der „natürliche“ Gegner solchen ökologischen „Schweizer“ Handelns? Wer wird also sagen, dass „Volksabstimmungen“ die Politik „nur behindern“ könnten?

Direkte Demokratie – am Nichtbestehen ist schon der „real existierende Sozialismus“ gescheitert. Will ich ändern, muss ich zuerst Möglichkeiten suchen und gedanklich ausprobieren. Wir sind in der Diskussion einer neuen Gesellschaft. Dazu will ich beitragen.

Kinder brauchen …

28. Oktober 2009

Professor Dr. Gerald Hüther

“Kinder brauchen Aufgaben an denen sie wachsen können, Gemeinschaften, in denen sie sich geborgen fühlen und Vorbilder, die ihnen helfen, die richtigen Aufgaben zum Wachsen und die richtigen Gemeinschaften zum Dazugehören zu finden.”
(Prof. Dr. Gerald Hüther – Zitat aus Thüringer Bildungsmodell www.nelecom.de.)

Wer mehr über Herrn Professor Hüther wissen möchte …

Das Geheimnis der ersten neun Monate

27. Oktober 2009

Gerald Hüther, Psychiatrische Klinik, Universität Göttingen

Vorgeburtliche Einflüsse auf die Gehirnentwicklung
Unsere frühesten Prägungen

Autor: Professor Dr. Gerald Hüther, Inge Krens
Verlag: Walter Verlag
Preis: € 14,90
Umfang: 40 Seiten
ISBN: 3-53042188-X

Einleitung
Um die von den Eltern in Form genetischer Programme übernommenen Anlagen optimal entfalten zu können, brauchen die Nachkommen aller vielzelligen Organismen einen geschützten, von äußeren, störenden Einflüssen weitgehend abgeschirmten Raum. Das gilt insbesondere für all jene Lebewesen, deren Hirnentwicklung und deren Verhalten nicht durch starre genetische Programme determiniert wird, sondern deren genetische Programme so beschaffen sind, dass sie nachträgliche Veränderungen der das Verhalten bestimmenden neuronalen Verschaltungsmuster zulassen. Die fortschreitende Öffnung der ehemals starren genetischen Programme eröffnete die Möglichkeit für die Fähigkeit, die dem Denken, Fühlen und Handeln zugrundeliegenden biologischen Strukturen verändern – also noch etwas hinzulernen – zu können. In dieser Fähigkeit zu immer neuen Anpassungsleistungen lag aber auch eine Gefahr. Da die genetischen Programme nicht mehr genau festlegten, wie sich das Nervensystem zu entwickeln hatte, mussten andere Regelmechanismen gefunden werden, die diesen Prozess lenkten. Deshalb gewannen die von den jeweiligen Eltern bereits pränatal (als charakteristische intrauterine Entwicklungsbedingungen) und wahrscheinlich in noch stärkerem Maß postnatal (als familiär tradierte nachgeburtliche Entwicklungsbedingungen) festgelegten Rahmenbedingungen eine wachsende Bedeutung als Regulatoren von Genexpression und zellulären Differenzierungsprozessen.

… hier können Sie gerne weiterlesen!

Dieses Video ist auch sehr sehenswert: Erziehen mit Herz & Hirn

Die Hütte

21. Oktober 2009

Liebe Leser und liebe Mitblogger,

heute möchte ich Ihnen/Euch ein Buch vorstellen, was ich von meinen Kolleginnen geschenkt bekommen habe – zwar so quasi als Gutschein, aber mit der dringlichen Empfehlung das Buch zu kaufen und zu lesen. Ich kaufte es mir jedoch als Hörbuch (ich bin nicht der große Leser, höre aber bei langen Autofahrten gerne ein gutes Buch!) und bin total begeistert von diesem Buch. Ich kann es nur empfehlen, wobei ich aber sagen muss, dass ich immer noch nicht an Gott glaube. Jedoch muss ich gestehen, dass die Art wie der Autor William P. Young sein Verhältnis (und das seiner Familie) zu Gott erklärt einfach genial ist.

Warnung vor der Schweinegrippe-Impfung

16. Oktober 2009

Hier warnt der SPD-MdB Dr. Wolfgang Wodarg vor der Schweinegrippe-Impfung! Ein Mitglied des Bundestages warnt öffentlich vor der Schweinegrippe-Impfung. Ich bin erstaunt und erfreut zugleich!!

Bitte schauen Sie sich auch dieses Video – gefunden auf der Webseite des Alpenparlaments – an.

Video’s (PW-geschützt)

05. Oktober 2009

Bei Interesse sende ich gerne die Zugangsdaten per Mail zu – die Mailadresse ist im Impressum hinterlegt -

Klaglos glücklich – Du bist was Du sprichst!

28. September 2009

(Mit freundlicher Genehmigung – INITIATIVE Information – Natur – Gesellschaft! Homepage)

Stellen Sie sich mal für einen Moment vor, die Menschen in Ihrer Umgebung, in Ihrer Stadt, im ganzen Land oder vielleicht sogar überall auf der Welt hätten verlernt zu jammern, zu lästern und sich über Gott und die Welt zu beklagen. Wie wäre das wohl? Will Bowen, Autor des Buches “Einwandfrei > A Complaint Free World < (Eine Klage freie Welt)", hat es tatsächlich ausprobiert, Klagen und Nörgelei aus seinem Leben verbannt und damit ein ungewöhnliches Experiment initiiert. Angefangen hat alles im Juli 2006 mit einer Inspiration und ein paar lilafarbenen Armbändern …

… lesen Sie doch mal weiter

“Gut tun – tut gut”

17. September 2009

Die viel beachtete Ausstellung über die Arbeit für und mit behinderten Menschen im Landkreis Sonneberg ist nun auch in der Außenstelle des Landratsamtes in Neuhaus am Rennweg eröffnet worden.

Nach Sonneberg nun auch die Ausstellung in Neuhaus am Rennweg

Sehr herzlichen Dank an Frau Landrätin Christine Zitzmann, dass ich die Ausstellung organisieren und durchführen durfte. Besonderer Dank geht an die Aussteller und an die Staatliche Förderschule für Geistigbehinderte “Apelsbergschule” Neuhaus am Rennweg für das wunderbare Cathering und die erfolgreiche Aufführung des Theaterstückes.

Wir brauchen eine Zukunft …

17. September 2009

… packen wir es an!

Kinder ohne Zukunft = Menschheit ohne Zukunft

Die Krise und Perspektiven für die Zukunft

16. September 2009

Gefunden von meinen Perspektive-Freunden!

Michael Mross (MMnews) sprach im Interview mit Prof. Wilhelm Hankel über die Auswirkungen der Krise und Perspektiven für die Zukunft.