Selenz` Kommentar 31. Dezember 2009
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Jahresrückblick 2009
Das Jahr 2009 war geprägt von vielfältigen Versuchen, die globale Finanzkrise zu bewältigen. Die Regierungen (präziser die Steuerzahler) ließen sich diese Versuche einige hundert Milliarden kosten. Das Chaos in den Bankenpalästen ist das Ergebnis völlig frei und ungezwungen agierender Banker. Die haben freilich die unterschiedlichsten Ziel- und Wertvorstellungen. Lloyd Blankfein, Chef von Goldman Sachs, geht beispielsweise davon aus, in göttlichem Auftrag zu handeln. Frei nach Christoph Süss könnte sich das Glaubensbekenntnis eines derart gottesfürchtigen Bankers in etwa so anhören:
Börse unser, die du bist in Frankfurt, geheiligt werde Dein Wachstum. Dein Reichtum komme – wie in Luxemburg, so auch auf Cayman Islands. Unser tägliches Plus gib´ uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wiewohl wir nie vergeben unsern Schuldnern. Und führe uns recht in Versuchung für Sonder-Erlöse an den Börsen. Denn Dein ist der Reichtum und die Kaufkraft und die Begehrlichkeit in Ewigkeit – Euro
Bei Richard S. Fuld jr., Ex-Chef von Lehmann-Brothers, ist der Befund ähnlich pathologisch. Ein internes Video zeigt ihn als Motivator der Mitarbeiter. Er reiße seinen Konkurrenten das Herz aus dem Körper, berichtet er darin mit irrem Blick. Bevor sie sterben, äße er es vor ihren Augen. Seiner Frau verkaufte er nach der Pleite seiner Bank eine 14 Mio.-$-Villa für 100 Dollar. Viele Lehmann-Opfer waren nicht so clever. Autofahrern mit solchen Befunden würde zumindest die Fahrerlaubnis entzogen (siehe „Ackermann und der Führerschein“). Einen Idiotentest für Banker gibt es bis dato leider nicht.
Dr. Wolfgang Hetzer vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) in Brüssel gab ein klares Urteil ab: „Die „Finanzkrise“ ist keine Krise, sondern das unvermeidliche und vorhersehbare Ergebnis einer systemischen Fehlentwicklung, an deren Beginn persönliches Versagen, professionelle Inkompetenz, politische Nachlässigkeit und kriminelle Energie stehen.“ Seine Rede anlässlich der Euro Finance Week am 16. November 2009 in Frankfurt am Main ist frei und ungekürzt bei Cleanstate e. V. zu lesen: http://cleanstate.de/Euro_Finance_Week_Finanzkrise_Dr._Wolfgang_Hetzer.html
Die Schweinegrippe entpuppt sich inzwischen als geplanter Betrug am Bürger. Mit medial geschürter Angst. Ein Armutszeugnis für Presse und Politik. Geldschneiderei wie schon bei Vogelgrippe und Rinderwahn. Eine Frage bleibt: Starben mehr Menschen durch die Grippe oder durch die Impfung?
Einfache Mitarbeiter werden weiterhin für ein Mettbrötchen entlassen. Abgeordnete des Bundestages bereichern sich derweil mit goldgerandeten Füllfederhaltern. Ohne jede Folge. Gleiches Recht für alle?
Dr. Pachauri, Chef des Welt-Klimarats, verdient am „klimaindustriellen Komplex“ kräftig mit. Das Verbot von CO2 ist folglich nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen. Doch schon rückt ein neuer Schadstoff ins Visier: Di-Hydrogen-Monoxid – auch bekannt als H2O. Beim Erhitzen entsteht Dampf!
Dampfplauderer Sigmar Gabriel führt inzwischen die alte SPD. Er putschte sich an die Spitze der Partei. Sein Motto: „Wie soll ich wissen, was ich meine, bevor ich höre, was ich sage?“ Schafft er es, die SPD über der 5%-Hürde zu wuchten? Siehe: www.spiegel.de/spiegel/print/d-26950113.html
Horst Schlämmer ist leider nicht zur Wahl angetreten. Er hätte die Chance gehabt, mit progressiv-konservativer, links-rechts-liberal-grüner Politik die marode Republik zu reformieren und zu sanieren.
Ein Feuer erhitzt derzeit die Börsen. Die Banken befeuern mit den Regierungs-Milliarden die Aktien, statt sie Firmen auszuleihen. So macht man Geld, ohne es zu drucken. Überzeugend elegant. “Die Kurse steigen, weil das viele Geld irgendwohin muss – nicht, weil Aktien per se attraktiv bewertet wären”, so die Wirtschaftswoche. Unternehmen, tief im Krisen-Schlamm, werden mit Goldrand bewertet. Heiße Luft – ganz elegant in Aktien verpackt. Nun brauchen wir dringend eine Dienstmädchen-Hausse. Geld-gierige Putzfrauen müssen die aufgeblasenen Aktien nur noch kaufen. Dann ist die Krise überwunden….
Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz
Peine, den 31. Dezember 2009
Dazu passt doch gut dieser Beitrag, den ich schon 2006 geschrieben habe:
Die 10 Gebote des 20. Jahrhunderts im Zeitalter des Wassermann.
Diener der Marktwirtschaft.
Ich bin Dein Herr
DEINE MARKTWIRTSCHAFT
1,
MEIN Streben ist Gewinn, und die Maximierung des Gewinns.
Mein Wesen ist unersättliche Gier nach Geld, Macht und Einfluß.
Du sollst nichts Anderes in Deinem Kopf haben, und all Deine Vorstellung darauf richten.
2.
Du sollst keinem Anderen Dienen als meinen Managern der Großkonzerne
und deren Handlanger in der Politik.
Auf daß diese immer reicher werden, und Du immer ärmer wirst.
3.
Du sollst Deinen freien Tag ehren, indem Du viel Geld ausgibst und Dein Vergnügen suchst.
Damit die Marktwirtschaft angekurbelt wird. Trage Deine schönsten Designer Kleider zur Schau, damit sie Dich alle beneiden, wodurch das gelobte Begehren geweckt wird.
4.
Du sollst die Kinder und die Jugend ehren, verwöhnen und verpeppeln, denn diese sind die Zukunft.
Überfordere sie nicht, sondern gewöhne sie an den Luxus, damit sie später nicht mehr darauf verzichten können. Nur so werden diese auch später hart arbeiten, um sich diesen Luxus erhalten zu können.
Fragt die Kinder und Jugendlichen, ob sie auch mit Eltern, Lehrer und Ausbilder zufrieden sind, denn diese müssen die Jugend zufrieden stellen.
Alte Menschen sollst Du verachten, denn diese sind verbraucht und taugen nichts mehr für MICH.
5.
Wer gegen MICH ist, soll getötet werden. Wenn Ihr MEINE Gegner tötet, so trifft Euch keine Schuld.
Doch wenn MEINE Gegner Euch töten, so sind diese schuldig.
Denn wahrlich ICH bin nicht gerecht, und messe nicht mit gleichem Maße.
6.
Du sollst unendliches Begehren haben nach deines Nächsten Weib oder Mann.
Vergnüge dich in vollen Zügen, zu allen möglichen Zeiten, mit jeglichen Mitteln.
Stelle Deinen Körper zur Schau, denn das ist das Einzigste was bei Anderen Beachtung findet, so wie auch Du nur den Körper und die Kleidung des Anderen sehen sollst.
Du darfst ruhig dumm sein, dann bist Du in den Medien sehr gefragt.
7.
Lug und Trug gehören zur Macht. Wende diese Mittel immer an, um Dir einen Vorteil zu verschaffen.
Ob in persönlichen Worten, in den Medien oder bei der Werbung.
Untergrabe das Ansehen Deine Gegner mit Verleumdung, und ziehe ihnen das Geld aus der Tasche durch Betrug und falsche Versprechungen.
Halte die Masse dumm, damit sie besser manipulierbar und auszunutzen ist.
8.
Du sollst unendliches Begehren haben nach deines Nächsten Hab und Gut.
Befriedige Deine Gier und kaufe alles, was der Markt Dir anbietet – auch wenn es nutzlos und unnötig ist – damit Dein Geld im Umlauf bleibt.
Was Du Dir nicht leisten kannst, das nimm Anderen weg.
Nimm ihnen nicht nur 10,- € – dann bist Du nur ein kleiner Wurm. Nimm Ihnen Millionen,
dann wirst Du geehrt.
Mache große Schulden. Denn bei kleinen Schulden wirst Du gejagt,
aber große Schulden werden Dir erlassen.
9.
Werde ein nützliches Mitglied von MIR. Setze Dich für MICH ein.
Schufte wie ein Pferd für wenig Geld. Halte Dich gesund, (trinke nicht und rauche nicht) damit Deine Schaffenskraft auch voll ausgenutzt werden kann und Du nicht durch Krankheit ausfällst.
Verursache MIR ja keine Kosten und keinen Schaden.
Fange blos nicht an zu denken und hinterfrage diese Gesetze.
10.
Denke nur an Dich und Deinen Vorteil. Verachte alle, die keine Leistung für MICH bringen.
Besonders die Schwachen, Kranken, Arbeitslosen und Alten.
Denn so sollst Du leben:
Lasse Deine Eltern Deine Ausbildung finanzieren, denn Du sollst MIR keine Kosten verursachen.
Gehe mit 18 Jahren in den Beruf, sei mit 28 Jahren Manager, werde mit 48 Jahren arbeitslos, mit 49 Jahren Depressiv, und mit 50 Jahren begehe Selbstmord.
So dient Ihr mir richtig
EURER MARKTWIRTSCHAFT.
http://www.Demetrius-Degen.de
Oktober 23, 2006